Mittwoch, 27. Juli 2011

Am Stromnetz der Zukunft arbeiten

Während die Netze in der Vergangenheit vor allem die Schwankungen auf der Verbrauchsseite ausgleichen mussten, kommt nun - und das gebe ich als Befürworter der erneuerbaren Energien gerne zu - auch Schwankungen (Naturprodukt eben ;)) auf der Erzeugerseite hinzu. Es gibt aber in den Haushalten einige Verbraucher, deren Einsatz man (manuell oder automatisch) nach dem Stromangebot steuern kann. Damit lassen sich Netzspitzen abflachen und Täler auffüllen.
Das Fraunhofer-Institut arbeit an intelligenter Netzsteuern, sog. Smartgrid, und jeder Mensch kann sich als Teilnehmer anmelden und mitmachen und Mysmartgrid.de. Wir sind noch nicht angemeldet, spielen aber mit dem Gedanken. Was mich stört ist, dass man dann 24 Stunden am Internet hängen muss, weil eben die aktuellen Daten ausgetauscht werden müssen. Bei uns ist der Router aber - trotz Flatrate - vielleicht 5 Stunden am Tag in Betrieb. Da weiß ich eben nicht, ob die günstigere Regelung der steuerbaren Verbraucher (Waschmaschine, Spülmaschine - Trockner wird bei uns sowieso nur im Notfall benutzt), dazu im Vergleich die bessere ökologische Lösung ist.
Mit ein bisschen Nachdenken und nicht ganz so einfacher Recherche kann man die günstigen Zeiten der schaltbaren Stromverbraucher selbst herausfinden.
Einfache Regel: Wenn Strom an der Strombörse teuer, wohl "zu wenig" da und wenn billig, wohl "zu viel" da bzw. erwartet.

Ich habe ein bisschen begraucht, bis ich die Preise an der Strombörse in Leipzig gefunden habe. Hier kann man die Intraday Liste für den heutigen Tag(27.07.2011) ansehen. Wir sehen, dass der zwischen 40 Euro je MWh und 69 Euro je MWh liegt. Wer nun auf aufwändige Steuerung über smartgrid verzichtet, könnte auch manche Verbraucher einfach (notfalls per Zeitschaltuhr) zu den mit ziemlicher Sicherheit jede Nacht niedrigsten Zeiten einschalten (werde ich für das Laden meines Elektrorollers einmal einrichten).

Zum Abschluss noch eine erfreuliche Meldung über die günstigen Auswirkungen des Solarstroms. Am 16 Juli 2011 sank Mittags (normalerweise Spitzenpreis) der Preis an der Leipziger Strombörse wegen der PV-Einspeisung auf Nachtstromniveau.
Wundert es noch jemanden, dass sich manche große Energieversorger darüber ärgern. Man muss sich einfach vor Augen führen, dass außer den Investitionskosten und (bei Solar minimalster Wartung) keine weiteren Kosten anfallen, weil "die Sonne keine Rechnung schickt".

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