Donnerstag, 9. April 2009

Kampf den Krankenhausinfektionen

Infektionen mit antibiotika-resistenten Bakterien stellen ein großes Problem dar, das wir zum Teil durch den großzügigen Umgang mit Antibiotika selbst herbei geführt haben. Jährlich sterben Tausende von Menschen allein in Deutschland an diesen multiresistenten Bakterien, die sie sich häufig im Krankenhaus selbst "eingefangen" haben. In den Niederlanden führt man schon länger und sehr erfolgreich ein Programm zu Bekämpfung durch.
In Deutschland wird das Problem eher totgeschwiegen.
Um so lobenswerter ist es, dass eine kleine Klinik im Schwarzwald im Kampf gegen die MRSA Bakterien vorangeht und damit Erfolg hat. Die Neuinfektionsrate in diesem Krankenhaus ging auf nahezu Null zurück, berichtete Quarks&Co.

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Kommentare:

DIOP hat gesagt…

75% aller von der DGKH (Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene) Befragten sind der Meinung, dass die Hygiene in Krankenhäusern dringend verbessert werden muss.

Heute bedeuten reduzierte Infektionsraten Kosteneinsparung im Gesundheitswesen und damit Reserve für künftige Versorgung der Bevölkerung.

In den Empfehlungen der RKI-Kommission wird darauf hingewiesen, dass Ausbrüche z.B. mit antibiotikaresistenten Enterokokken, MRSA, Acinetobacter baumanii, Pseudomonaden, Norwalk-Like-Viren und Clostridium difficile unter Einbeziehung von umfangreichen Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen eingedämmt werden konnten.

Zur Bekämpfung von Krankenhausinfektionen (sog. nosokomialen Infektionen) ist demzufolge ein Desinfektionsverfahren einzusetzen, welches eventuell entstandene Desinfektionslücken schließen und für einen erhöhten Grad an hygienischer Sauberkeit sorgen kann. Alleine auf die Scheuer-Wischdesinfektion sollte man sich nicht verlassen, da diese längst nicht alle zu desinfizierenden Oberflächen zufriedenstellend behandelt bzw. behandeln kann. So wiesen in einigen Studien noch immer bis zu 40% der behandelten Flächen trotz intensiver, täglicher Scheuer-Wischdesinfektion eine sehr hohe Keimbelastung auf.

Zudem bleiben folgende Fragen unbeantwortet:
Wurden alle Oberflächen ordentlich behandelt? Wurde genügend
des richtigen Desinfektionsmittels verwendet? Wurden
saubere Lappen verwendet? Wurde genügend Zeit aufgewendet,
um sicherzustellen, dass die Desinfektion gründlich
war?

Alexander Benra hat gesagt…

Wow - das ist, glaube ich, der längste Kommentar, den ich bisher erhalten habe. Der menschliche Faktor scheint mir das größte Problem zu sein. Leider habe ich einige Zeit im Krankenhaus beobachten können, wie sich vor allem Ärzte beim Wechsel der Patientenzimmer nicht die Hände waschen.

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